Jochen 'Nunz' Herz

   

Panorama-Aufnahmen

Eine sehr interessante Sache sind 360-Grad-Aufnahmen, sogenannte Panorama-Aufnahmen. Im folgenden meine ersten Ergebnisse. Die Aufnahmen wurden zum Teil mit einem normalen Photo, zum Teil mit einer Video-Kamera und preiswerter TV-Karte gemacht (dementsprechend schlecht ist die Qualität dieser Aufnahmen).

Leider sind die resultierenden Bilder und Quicktime-Movies sehr groß. Die meisten Browser können so z.B. die JPG-Bilder nicht sauber anzeigen, man benötigt für die Betrachtung ein gescheites Zeichenprogramm wie "Paint Shop Pro" oder "PhotoShop". Daher werden die JPG-Bilder auch nur zum Download angeboten und nicht direkt im Browser angezeigt.
Die Panorama-Bilder als Qucktime-Video (QVTR) bieten einige Vorteile: Hier wird während der Betrachtung eine echte Perspektive in das Bild wieder hineingerechnet. Dies ist eine beeindruckende Sache vor allem wenn man das Video-Fenster während der Betrachtung sehr breit aufzieht. Leider ist für die Darstellung der QVTR-Version ein Plug-In von Apple erforderlich.

Dieses Plugin ist eine aktuelle Version der Quicktime-Video-Erweiterung, so daß auf einigen Rechnern dieses Plug-In schon installiert sein dürfte. Ich kann Apple-Quicktime in jedem Falle nur empfehlen, alleine schon wegen der hier wichtigen QVTR-Panorama-Eigenschaften!

So und jetzt die Bilder. Wer wissen will, wie Panorama-Bilder hergestellt werden, der sollte untenstehende Erklärung beachten.

SHE IT AG im Technologiepark Ludwigshafen
(Digital IXUS, 360-Grad, feste Blende, Stich-Mode)

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statische JPG-Grafik (428 kb)

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QVTR-Movie (301 kb)

Wormser Weckerlinsplatz
(Negativ-Film, 360-Grad, feste Blende)

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statische JPG-Grafik (1081 kb)

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QVTR-Movie (1460 kb)

Wormser Hagenbräu am Rhein
(Negativ-Film, 360-Grad, automatische Blende)

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statische JPG-Grafik (340 kb)

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QVTR-Movie (467 kb)

Mein Arbeitsplatz in Ludwigshafen
Bitte den dreifachen Mitarbeiter beachten :-) (TV-Karte, 270-Grad, Innenaufnahme)

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statische JPG-Grafik (86 kb)

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QVTR-Movie (339 kb)

Auf Wasserkuppel in Freinsheim
In den rheinischen Weinbergen (TV-Karte, 360-Grad, gleichmäßige Bewölkung)

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statische JPG-Grafik (334 kb)

 

Unser Garten mit Aushub-Hügeln
Die erste Panorama-Aufnahme (TV-Karte, 180-Grad, wechselnde Bewölkung)

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statische JPG-Grafik (151 kb)

 

So werden Panorama-Aufnahmen gemacht:

Grundlage aller Panorama-Bilder sind hinreichend viele Photos, die sich an den Rändern ein wenig überschneiden. Es gibt zwar teure Spezialkameras, die eine Panorama-Aufnahme am Stück schießen (per Ultra-Fischauge oder automatischer Filmtransport während einer Kamerarotation) aber diese Lösungen kosten richtig Asche (5-stellige Dollar-Bereiche aufwärts) und werden daher hier nicht betrachtet. Ich habe für die ersten Experimente die Bilder mit einer Videokamera aufgenommen und mit einer billigsten TV-Karte digitalisiert. Dies kostet nichts und mittlerweise haben aktuelle Grafikkarten oft einen Video-Eingang, der meiner TV-Karte qualitätsmäßig weit überlegen ist. Ansonsten muß man eben auf normales Photomaterial ausweichen, was aber nicht ganz billig ist (Man sollte pro Panorama-Bild mit mindestens 16-Aufnahmen rechnen, also ein halber Film pro Bild und die zugehörigen Vergößerungen für den Scanner).

Wieviele Bilder sind notwenig ?
Wieviele Aufnahmen gemacht werden sollen ist pauschal nicht zu beantworten da es stark von der verwendeten Brennweite abhängt. Generell sollte man die Bilder ca. 30 Prozent überlappen lassen. Ich persönlich nehme immer 17 Bilder im Hochformat auf bei einer Brennweite von 28mm. Das Hochformat benötigt zwar mehr Bilder, aber ich bekomme trotz des schwachen Weitwinkel recht hohe Gebäude auf das Bild. 17 Bilder sind schon recht knapp, aber für meine Ansprüche reicht es aus und außerdem passen so 2 Panorama-Bilder auf einen 36er-Film mit 2 Sicherheitsbildern, falls mal ein Passant während der Auslösung vors Bild läuft.

Stativ vorhanden ?
Ohne ein Stativ braucht man bei Panorma-Bildern eigentlich gar nicht erst anfangen. Ich habe auf die Drehachse meines Stativs eine Skale mit 17 Markierungen angebracht, die den 17 Bildern entsprechen. Somit sind die 17 Grundbilder für ein Panorama-Bild innerhalb von 3 Minuten geschossen (die eigentliche Arbeit beginnt erst später am Rechner .-)

Parallaxenfehler
Zu erwähnen ist noch der Parallaxe-Fehler, der möglichst vermieden werden sollte. Darunter versteht man die Änderung der Perspektive durch die Drehung der Kamera um seine Achse. Dieser Fehler tritt vor allem dann sichtbar in Erscheinung, wenn Objekte recht nach bei der Kamera stehen, also quasi bei jeder Innenaufnahme. Man kann diesen Fehler vermeiden, indem man die Kamera auf dem Stativ so befestigt, daß der optische Brennpunkt des Objektivs genau auf der Drehachse des Stativs liegt. Die normale Stativ-Befestigung liegt eigentlich nie auf diesem Brennpunkt zumal sich der Brennpunkt bei Zoomobjektiven mit der Brennweite verändert. Mit etwas Geschick kann man aber eine Verschiebeapparatur bauen.
Es gibt zum Einstellen einen einfachen Test: Stellen Sie zwei Stangen hintereinander im Abstand von einem und zwei Metern von der Kamera in einer Linie auf. Schauen Sie durch die Kamera auf die beidem Stangen: Sie dürfen nur die vordere sehen, die zweite Stange sollte von der vorderen Stange verdeckt sein. Schauen Sie weiter durch die Kamera und drehen Sie die Kamera: Wird während des Drehs die hintere Stange sichtbar besteht der Parallaxe-Fehler noch. Man kann den Effekt auch ohne Kamera probieren: Betrachten Sie die beiden Stangen und schauen sie nur mit der Bewegung des Augapfels nach links oder rechts: die hintere Stange wird nicht sichtbar. Schauen Sie aber mit den ganzen Kopf nach links oder rechts so tritt der Fehler auf und die hintere Stange wird sichtbar.
Wer mit dem Fehler leben kann der spart sich etwas Arbeit und bei Landschaft-Panoramas ist der Fehler sowieso nicht sichtbar.

Blendenwert ausrechnen oder Nachbearbeitung am Rechner ?
Es stellt sich noch die Frage, ob mit einem festen Blendenwert gearbeitet werden soll oder ob man die Belichtung der Kameraautomatik überläßt. Im zweiten Fall sind die Bilder später unterschiedlich hell und es entsteht ein vertikal sichtbarer Schnitt. Bei gleicher Blende hingegen ist die sonnen-zugewandte Seite etwas überbelichtet, die andere Seite unterbelichtet. Sofern man die Negative nicht mit einem Filmscanner einliest sondern die Abzüge digitalisiert hat man eh unterschiedliche helle Bilder, da das Labor das Optimum aus jedem Bild rauszuholen versucht. Also wird man fast immer auf die Nachbearbeitung im Rechner angewiesen sein. Hier wird mit großem Zeitaufwand jedes Bild so angepaßt, daß es kaum mehr Helligkeits- und Farbunterschiede zum Nachbarbild gibt. Die dazu nötigen Korrekturfunktionen bietet heute jedes bessere Zeichenprogramm.

Zusammenfügen:
In einem Grafikprogramm wird nun ein hinreichend großes leeres Bild angelegt. Das ersten beiden Bilder werden zusätzlich geladen und auf gleiche Helligkeit und Farben getrimmt. Jetzt wird das erste Bild in das Hauptbild einkopiert. Nun sollte man sich überlegen, wo man die Schnittkante im Überlappungsbereich der beiden Bilder ansetzt. Dazu eignen sich kontrastarme Stellen in der Überlappung an. Ab dieser Stelle kopiert man das zweite Bild und fügt es rechts ins Hauptbild an das erste Bild an. So wird mit allen Bildern verfahren und das kann Stunden dauern! Sofern ein deutlich sichtbarer Schnitt zwischen 2 Bildern entsteht kann man den Überlappungsbereich zur Not auch noch mit Unschärfe-Werkzeugen etwas verwischen.
Es gibt auch Spezialsoftware, die einem diese Arbeit erleichtert oder sogar Software, die aus einem laufenden Videoband ein Panorama-Bild erzeugt, aber auch hier müssen mindestens ein paar hundert Mark investiert werden.

So und jetzt viel Spaß bei eigenen Experimenten. Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir eure Ergebnisse zukommen laßt dann weiß ich daß ich mir hier nicht umsonst die Finger wundgetippt habe :-)

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